Wenn man so wie wir gern mit Schiffen verreist, trifft man interessante Leute. Auch viele Prominente sind uns dabei über den Weg gelaufen. Schnell vergisst man die Unterschiede und wird Freund mit Sängern, Schauspielern und Politikern. Man verbringt seinen Urlaub zusammen, erlebt Abenteuer und unterhält sich über private und familiäre Dinge, knüpft herzliche Bande…
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Anja Fliessbach: 31. Januar 2007, 20:44
Mein größtes Glück ist, dass ich schreiben kann. Das Glück, den Moment festzuhalten, Erlebtes zu verarbeiten und andere daran teilhaben zu lassen. Es ist ein Stück Kampf gegen die Vergänglichkeit. Eine Dokumentation des Lebens. Ein bleibender Beweis dessen, dass ich da war und dass ich tatsächlich alle diese wunderbaren Dinge erleben darf…
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Anja Fliessbach: 30. Januar 2007, 22:33
"Te gusta Chile?", fragt die Frau im klapperigen Wagon auf dem Weg zum oberen Teil der Altstadt von Valparaiso. Klar gefällt uns Chile. Das Land ist doppelt so groß wie Deutschland, hat aber nur 15 Millionen Einwohner. Nachdem wir schon den kalten Süden von Chile besucht haben, sind wir nun in der nördlichen Hafenstadt Valparaiso an Land gegangen.
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Anja Fliessbach: 29. Januar 2007, 16:52
Schon bei der letzten Weltreise hatte der alte Seemann und Sänger Hein Mück zu mir gesagt: "Anja, du bist zu weich für die Seefahrt." Kaum einer würde mich zu Hause mit dem Attribut "weich" beschreiben. Aber Hein hatte Recht. Gerade vier Wochen auf dem Schiff und ich bin schon wieder völlig "lost" im Strudel der Gefühle.
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Anja Fliessbach: 27. Januar 2007, 21:11
In Nebel gehüllte Berge mit Schnee auf den Gipfeln, steile Felswände, kreisende Raubvögel, ein windigfeuchtes Klima und ein sumpfig, modernder Geisterwald mit Bäumen so alt wie die Zeit - so sieht es aus, das Ende der Welt. Die südlichste Straße der Erde hört einfach auf. Vor uns nur noch Sumpf und Berge mit Schnee. Dann der Pazifik. In unsichtbarer Ferne der Südpol. Die Welt ist gar nicht so groß.
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Anja Fliessbach: 26. Januar 2007, 21:11
"Meine Damen und Herren, eine wichtige Durchsage. Achtung, bitte!" Die Stimme des Kreuzfahrtleiters über Lautsprecher klang ernst. Die drei Signaltöne nach der Einleitung machten die Durchsage noch bedrohlicher. "Wie Sie bemerkt haben, bewegt sich die Amadea schon seit einigen Stunden sehr stark und ich muss leider mitteilen, dass wir noch schlechteres Wetter erwarten. Deshalb hat der Kapitän angeordnet, alle Möbel von den Balkons zu entfernen und das Betreten der Außendecks verboten." Schotten dicht, auf der "MS Amadea".
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Anja Fliessbach: 24. Januar 2007, 04:11
Träge schleppt sich das Seelöwenweibchen an den Strand. Platsch. Es bleibt im Sand liegen und krümmt keine Flossse mehr. Der große Seelöwe neben ihr hat es nicht leicht. Eine Möwe setzt sich immer wieder auf seinen schweren Körper. Mühsam hebt er den Kopf und beschwert sich laut. Ganz hinten unter dem Felsvorsprung im Schatten liegen die anderen Seelöwen neben- und übereinander. Siesta an der Küste Patagoniens.
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Anja Fliessbach: 23. Januar 2007, 03:43
Alfredo ist ein kräftiger Mann. Schwarzes Haar, dunkle Augen, strenger Blick. Er wirft das Schaf auf den Boden und stellt sich mit seinem Fuß auf den Nacken des Tieres. Dumpf blickt es geradeaus. Ein paar Tropfen Öl in die Scher-Maschine und dann nehmen sich Alfredos Helfer das Tier vor. Wir sind Gäste auf einer Estancia in der Pampa Patagoniens.
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Anja Fliessbach: 22. Januar 2007, 22:14
Diese Überschrift muss sein bei einem Bericht über eine Weltreise auf einem Schiff. Es war schon schlimm, aber noch auszuhalten (Windstärke 8, Seegang 7-8). Aber ich schreibe diese Überschrift lieber jetzt schon, hake das Thema damit ab und hoffe, dass Neptun, Poseidon, Gott und wer immer für den Wind und das Meer verantwortlich ist, das genauso sieht. PS: Sie sahen es nicht so…
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Anja Fliessbach: 18. Januar 2007, 21:26
Verflixt, es war ein Sonntag. Schon als ich die Reise gebucht hatte, freute ich mich auf dieses Geschäft in Montevideo. Vor einem reichlichen Jahr hatte ich dort das schönste Kleid der Welt gekauft. Rot, sexy, einmalig. Dieses Mal wollte ich richtig zuschlagen. Einen ganzen Koffer voller Kleider. Aber nein, ausgerechnet an einem Sonntag mussten wir in Uruguay vorbei kommen…
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Anja Fliessbach: , 04:02
"Nicht weinen, Mama. Sonst muss ich auch anfangen", schluchzte Louisa und umarmte mich. Wir sahen dem Bus hinterher, der mit unserer Freundin Anke und anderen Passagieren zum Flughafen fuhr. Schnell gingen wir die Gangway hinauf, damit keiner unsere Tränen sah. Genau das hasste ich am Schiffsleben. Immer wieder Abschied…
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Anja Fliessbach: 17. Januar 2007, 03:40
Mit Schwung nahm er mein Knie und zog mich dicht an sich heran. Sein Gesicht war nah an meinem, unsere Nasen berührten sich und er schaute mir tief in die Augen. Er hatte schöne Augen. Solche, die mein anderes Knie auch noch zum Wackeln brachten. Ja, dieser Augenblick war eine Weltreise wert…
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Anja Fliessbach: 16. Januar 2007, 02:39
Als wir beim Frühstück saßen, aßen die Leute Speck und Schinken. Als wir eine Stunde später einen Tisch zum "Mensch ärgere dich nicht" - Spiel einnahmen, aßen die Leute neben uns Obst und Sandwiches. Eine halbe Stunde später, die Band Poseidon spielte zum Frühschoppen auf, aßen die gleichen Leute Spanferkel und Sauerkraut, um sich eine halbe Stunde später zum Mittag in die Schlange am warmen Buffet einzureihen…
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Anja Fliessbach: 15. Januar 2007, 02:03
"Was wollen wir heute machen?", fragte unsere Freundin Anke am Morgen, als die "MS Amadea" in Paranaguá in Südbrasilien angekommen war. "Wir gehen los und schauen, was passieren wird", war meine Antwort wie fast immer. Schon bei unserer letzten Reise war das so. Meistens staunte man am Abend, was für verrückte Dinge passiert waren und was man erlebt hatte. So auch dieses Mal.
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Anja Fliessbach: 13. Januar 2007, 23:28
Es klang wie das Quietschen einer Tür. Noch einmal zeigte Emilio, wie ich mit dem nassen Tuch über das Instrument streichen sollte. Das Quietschen verwandelte sich in ein klägliches Röhren und die Männer der brasilianischen Band lachten. Wir waren zu Besuch in der Cidado do Samba, der Sambastadt von Rio…
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Anja Fliessbach: 12. Januar 2007, 21:15
"In die Favelas gehe ich nicht mit", erklärte André an unserem nächsten Tag in Rio de Janeiro. Wir hatten gehört, dass man Rocinha, das größte Slumviertel Rios besuchen könnte…
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Anja Fliessbach: 11. Januar 2007, 21:51
"Was machen Sie mit unseren Sachen?", rief ich über den Flur…
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Anja Fliessbach: 10. Januar 2007, 21:55
Langsam glitt der Fahrstuhl in die 12. Etage des Towers in Rios Nobelviertel Ipanema. Die Türen öffneten sich zum Imperium des angeblich reichsten Mannes Brasiliens. Weltzentrale. Millionenumsätze. Edelsteine. Wir mittendrin…
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Anja Fliessbach: 9. Januar 2007, 21:16
"Cidade maravilhosa - wundervolle Stadt", sagen die Brasilianer zu ihrem Rio de Janeiro…
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Anja Fliessbach: 8. Januar 2007, 04:23
Wir trafen Patricia am Hafen von Salvador de Bahia. Sie war schlank, hatte dunkle Haare und wir verstanden uns sofort. Winnie, der für Juwelier Stern an Bord arbeitet, hatte uns mit der 37-Jährigen Frau bekannt gemacht. Brasilianerin, allein erziehend, in München studiert. Sie nahm uns für einen Tag mit in ihre Stadt und in ihr Leben…
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Anja Fliessbach: 4. Januar 2007, 21:32
Wer bei rührenden Hollywood-Filmen weint, der hätte Silvester auf der "MS Amadea" kiloweise Taschentücher gebraucht. Es war so schön! Wie im Film an der Stelle, wo man denkt: "Die übertreiben. So etwas gibt es nicht im wahren Leben." Doch. Wir haben es erlebt…
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Anja Fliessbach: 3. Januar 2007, 18:30
"Uip, uip", ahmt Louisa die weißen Vögel nach, als sie nach dem Aufwachen im Nachthemd auf den Balkon tapst. Ein ganzer Schwarm Möwen begleitet unser Schiff. "Das sind unsere Freunde", meint meine Tochter und freut sich, dass die Tiere uns zum Land führen wollen.
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Anja Fliessbach: 1. Januar 2007, 22:05