Strandparty in der Südsee
Diese Weltreise hatte schon viele Superlativen. Immer wieder denke ich, besser kann es nicht werden. Und immer wieder gibt es noch eine Steigerung. Dieses Mal: Eine Strandparty auf einer kleinen Südseeinsel - Fakarawa.
Endlich hatte die Südsee meine Farben. Der Himmel so blau wie es die Skala eines Malers nicht hergibt. Das Meer eine Vielzahl aus Türkis, Hellblau, Grün. Das Wasser so warm, dass man stundenlang darin liegen konnte und ein Strand aus dem Bilderbuch.
Louisa war schon am Morgen mit der Besatzung an Land gefahren und hatte beim Aufbau für die Party geholfen. Ich selbst fuhr am Mittag mit dem Tenderboot rüber und wartete mit ein paar anderen Nachzüglern an der Anlegestelle auf den Shuttle. Eine
Riesenüberraschung war, als der Shuttle kein Bus war, sondern ein Range Rover und am Steuer kein Einheimischer, sondern unser Küchenchef Rupert Kien. Fünf Leute drinnen und drei Leute hinten auf der Rampe, rumpelte das coole Auto mit dem coolen Fahrer über die coole Straße zum coolen Strand. Sorry, aber das ist das richtige Wort dafür. Echt cool.
Die Party war schon in vollem Gang. An einem einsamen Strand hatten die Leute Zelte aufgebaut und Tische. Im Sand steckten die gelben Sonnenschirme der "MS Amadea" und eine einheimische Band spielte polynesische Lieder. Damit die Party noch cooler wurde, hatte die Küchen- und Servicecrew 800 Kilo Eiswürfel zum
Kühlen der Speisen und Getränke den schweren Weg zum Strand geschleppt. Außerdem hatten sechs Leute den 80 Kilo schweren Grill getragen.
Dazu 250 Kilo Ananas, 80 Kilo Mango und 250 Kilo Wassermelonen. Auch ein Riesenberg Essen war da. Der Küchenchef und sein Team, alle im legeren (sorry: coolen) Freizeitlook, hatten immerhin 3200 Scampi, 500 Hühnerkeulen, 50 Kilo Spare Ribbs und 420 Bratwürste dabei, die alle aufgegessen wurden. Ein Riesenaufwand.
Auch die Kellner halfen beim Aufbau und Transport. Sie trugen Bermudas und T-Shirt. Ihr Arbeitsplan: Eine Stunde Service, eine Stunde frei zum Baden und Schwimmen. Und so war die Party nicht nur ein Fest für die Passagiere, sondern ein wunderschöner Tag für alle.
Louisa tanzte mit Kellner Mehmet am Strand, ging mit Koch Christian schwimmen, mit dem Küchenchef schnorcheln und zeigte dem Kreuzfahrtleiter ihre Tauchkünste. Die Passagiere lagen relaxed am Strand, genossen das Essen, schwammen oder tanzten mit der Künstlergruppe.
Fakarawa ist ein schmales Atoll und gehört zu Französisch-Polynesien, dem schönsten Teil der Südsee. Das Atoll ist von Korallen umgeben und wurde von der UNESCO zum Biosphärenreservat erklärt. Entsprechend schwierig war es, die Genehmigung für die Party zu erlangen und die Auflagen waren vielfältig. Unter anderem war es selbstverständlich, dass nach der Party jeglicher Müll wieder mit aufs Schiff genommen wurde bis zum letzten Krümel und alles Mitgebrachte wieder verschwand.
Wir beobachteten die Crew, wie sie nach dem Abbauen alles auf Autos und Wagen brachte und dann ganz oben auf einem kleinen LKW selbst Platz nahm. Cool.
Als die Party zu Ende war, die Passagiere und die meisten der Besatzung verschwunden, kam meine Lieblingszeit am Tag. Eine sanfte Ruhe legte sich über
den Strand. Die Verantwortlichen waren müde, aber zufrieden. Ich gratulierte zu dieser gelungenen und einmaligen Aktion. Sie stand in keinem Plan, auf keinem Programm. Die Idee hatten Kreuzfahrtleiter Christian
Adlmaier und Küchenchef Rupert Kien und haben sich damit selbst viel Arbeit aufgebürdet. Wie schön ist es doch, dass es Menschen gibt, die gern andere glücklich machen. Wie schön ist es doch, dass Menschen selbst glücklich sind, weil sie andere glücklich gemacht haben. Ein echt cooler Tag. Danke.
Fotos: Paul Osenda (2), Anja K. Fließbach (8)

