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Disy weblog » 2007 » März



Die Crew der MS Amadea

Es gibt Menschen, die machen einen Job wegen des Geldes. Es gibt Menschen, die machen einen Job aus Prestigegründen oder wegen der Aufstiegschancen. Und dann gibt es jene Menschen, die ihre Leidenschaft und ihre Liebe in eine Tätigkeit legen, die ihren Job leben…

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Anja Fliessbach: 31. März 2007, 14:57

Die Große Mauer

Nein, man kann die Große Mauer nicht vom Mond aus sehen. Dafür ist sie einfach zu dünn. Aber wir, wir standen direkt davor. Wir konnten sie anfassen, darüber streichen, fühlen, auf ihr herum laufen, steile Abschnitte nach oben schnaufen, vorsichtig auf der anderen Seite herunter tapsen. Atemlos ob der Anstrengung, Bewunderung und Ungläubigkeit. Wir waren wirklich da…

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Anja Fliessbach: 30. März 2007, 17:39

Chinesische Beamte

"Einmal sehen ist besser als hundertmal hören", heißt ein chinesisches Sprichwort. Genauso ist es uns an vielen Punkten auf dieser Weltreise gegangen, doch auf keine Sache hat der Spruch so gut gepasst, wie auf die "Große Mauer", das größte Bauwerk der Menschheitsgeschichte…

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Anja Fliessbach: 29. März 2007, 18:53

Delphi macht schlapp

Ein schöner Flügel. Weiß. Yamaha. Mit Tasten, die auf leichten Druck reagieren. Saubere und klare Töne. Ich spiele leise und sehe in der Morgendämmerung durch die Panoramafenster der Vista - Lounge auf Deck 10 bereits die Lichter von Singapur. Ein rhythmisches Klappern, das von den Gängen gedämpft herüber tönt, begleitet mein Spiel. Die Koffer werden eingesammelt…

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Anja Fliessbach: 27. März 2007, 23:50

Rammstein über den Wellen

Jeder hat seine Musik. Der eine mag die Band, der andere den Sänger - meine Musik ist anders. Heute hat mich ein Passagier angesprochen, als ich an der Reling auf Deck 8 stand und scheinbar verträumt die Wellen betrachtete. Hätte ich ihm meine Kopfhörer gegeben, hätte Rammstein ihm entgegengebrüllt: "Du bist hässlich, du bist so hässlich, du - du bist hässlich"…

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Anja Fliessbach: 26. März 2007, 23:09

Der Wächter des Palastes

Er schaute mir in die Augen. Durchdringend, interessiert zwar, aber auch eine Spur aggressiv. Ihm wollte ich nicht im Dunkel begegnen. Der Wächter des Palastes in Seoul stand so grimmig am Eingang, dass selbst wir Touristen eingeschüchtert waren, obwohl wir weder rauben noch einen König töten wollten…

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Anja Fliessbach: 25. März 2007, 23:54

Noch nicht Seoul

Noch nicht Seoul. Gebt mir noch einen Tag Zeit, mich zu fangen. Seoul kommt morgen. Heute? Tja. Würde ich Party sagen, würde es wieder alle Kritiker auf den Plan rufen. Was sage ich dann? Eigenartige Dinge an Bord. Overwhelming - kennt ihr das Wort…

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Anja Fliessbach: 24. März 2007, 23:03

Die dreizehnte Woche

Ich hänge. Hinterher. Eigentlich ist heute Seoul dran. Besser gesagt, wäre gestern schon Seoul dran gewesen. Weil: Unsere Station nach Pusan in Korea war die Hauptstadt des Landes. Also muss mein Bericht von Seoul handeln. Handelt er aber nicht…

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Anja Fliessbach: 23. März 2007, 17:49

Niemals wieder…

Wow, was für eine Endgültigkeit liegt in diesen Worten. Ich habe sie heute Abend gesagt: "Wisst ihr eigentlich, dass wir wahrscheinlich niemals wieder so zusammensitzen werden wie heute?" Wer die Situation hier nicht kennt, die betreffenden Menschen, das Schiff und die Atmosphäre, kann es nicht nachvollziehen. Wie oft müsst ihr diese Worte sagen und euch dabei relativ sicher sein, dass es stimmt? Ich muss sie oft sagen auf dieser Weltreise…

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Anja Fliessbach: 21. März 2007, 22:42

Dicke Luft in Südkorea

Mein roommate in meiner Bostoner Zeit war Koreanerin. Jian schlief immer komplett angekleidet, roch streng und so wie sie roch unser Zimmer. Sie ging acht Uhr abends schlafen und sah den Leuten nie in die Augen, mit denen sie sprach. Am Anfang mochte ich sie gar nicht. Als ich abreisen musste, war sie eine gute Freundin. Wie mit Jian ging es mir jetzt mit ihrem Heimatland - Korea…

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Anja Fliessbach: 20. März 2007, 23:14

Tausend Kraniche für Hiroshima

Mir war übel. Richtig schlecht. Langsam und mit gesenktem Blick schlich ich über die Steinplatten im Friedenspark in Hiroshima. Über diesem Platz war die erste Atombombe der Menschheitsgeschichte explodiert, die zu Kriegszwecken eingesetzt wurde. Mehr als 200.000 Menschen tot! Mit einem Schlag! Knipps! Aus!…

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Anja Fliessbach: 19. März 2007, 22:54

Heimliche Bestimmung

Eigentlich würde ich mich als eine intelligente Frau bezeichnen. Aber die Dinge auf diesem Schiff erschließen sich mir auch nach nunmehr 12 Wochen noch nicht wirklich. Ich habe Einblick in alles? Von wegen…

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Anja Fliessbach: 17. März 2007, 23:16

Die alte Kaiserstadt Kyoto

"Das macht Spaß", rief Louisa und beschleunigte. Rechts, links, schneller. Hand in Hand fuhr ich mit meiner Tochter Schlittschuh - mit großen Pantoffeln auf dem glatten Parkett im Nijo-Schloss in Kyoto…

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Anja Fliessbach: 16. März 2007, 10:57

Keine Neuen, bitte

Wenn es einen Satz gibt, den ich nicht mehr hören kann, dann ist es: "Es kommen ja wieder neue…" Das ist der coole Spruch der bleibenden Passagiere, der Crewmitglieder, das sagen sogar die aussteigenden Freunde selbst, wegen denen man traurig ist. Ich will aber keine Neuen…

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Anja Fliessbach: 14. März 2007, 23:00

Sushi vom Band

Die Städte können nichts dafür, dass sie in meiner Erinnerung immer einen melancholischen Touch behalten werden: Buenos Aires, Valparaiso, Singapur und Osaka… Es sind die Orte, die auf unserer Weltreise Etappenziele sind, wo Passagiere und Crew aus- und andere einsteigen. So auch im japanischen Osaka…

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Anja Fliessbach: 13. März 2007, 17:30

Beim Kaiser von Japan

"Ist der Kaiser echt, der dort wohnt?", staunte Louisa mit Blick auf den Kokyo, den Wohnsitz des japanischen Kaisers und seiner Familie. Echt schon, Chef des Landes nur bedingt. "Er repräsentiert ähnlich wie die Queen von England", erklärte uns eine Japanerin. Und von seinem Palast war auch nicht viel zu sehen…

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Anja Fliessbach: 12. März 2007, 23:32

Das Gift des Fugu

Frierend und mit müden Gesichtern trafen sich nachts um 4.30 Uhr zwölf Verrückte zum Morgenkaffee im Restaurant "Vier Jahreszeiten" auf der Amadea. "Los geht´s", forderte Chefkoch Rupert Kien die müde Truppe zum Aufbruch auf. Aufbruch in ein neues Abenteuer. Ziel: Der größte Fischmarkt der Welt - in Tokio…

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Anja Fliessbach: 11. März 2007, 23:40

U-Bahnfahren in Yokohama

Img_1625 Die Maschine vor uns musste etwas mit Fahrkarten zu tun haben. Eigenartige Knöpfe, Schlitze und Schriftzeichen deuteten darauf hin. Trotz einer sonst schnellen Auffassungsgabe, wirkte ich hier auf der U-Bahnstation in Yokohama wie eine Außerirdische, die das erste Mal auf der Erde ist. Oder war eher Japan wie ein anderer Stern…

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Anja Fliessbach: 10. März 2007, 11:47

Ich bin ein VIP

Okay, ich oute mich. Ich bin ein VIP. Ich bin "sehr besonders" und "eine Person". Ich bin auf der "MS Amadea" genauso ein VIP, wie in meinem sonstigen Leben, auf Arbeit, im Urlaub, in meiner Wohnung, in meiner Badewanne…

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Anja Fliessbach: 9. März 2007, 18:05

Eine Runde um Iwo-Jima

Unsere erste Begegnung mit Japan war die Insel Iwo-Jima. Zwar durften wir auch hier nicht an Land gehen, aber das japanische Militär erlaubte uns zumindest, die Insel einmal zu umrunden. Iwo-Jima, bekannt als Kriegsschauplatz aus dem Zweiten Weltkrieg, ist heute japanischer Luftstützpunkt. Die Runde um die Insel war ein bedrückendes Erlebnis…

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Anja Fliessbach: 8. März 2007, 23:47

Positive Energie

Es war ganz still im Japanischen Zimmer auf der "MS Amadea". Eine Gruppe von rund zwanzig Passagieren saß ruhig im Kreis. Jeder hatte seine Hände auf die Augen gelegt. Im Hintergrund spielte leise Musik. Es war Reiki-Zeit auf dem Kreuzfahrtschiff…

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Anja Fliessbach: 7. März 2007, 23:01

Halbzeit

Eines Abends wurde ein Brief unter unserer Tür durchgeschoben: "Einladung zum Dinner anläßlich der Halbzeit der Weltreise." Wie Halbzeit? Sollte das bedeuten, wir sind schon mehr als zwei Monate auf dem Schiff und die "MS Amadea" hat schon die halbe Welt umrundet? Sollte das bedeuten, dass wir jetzt die Tage rückwärts zählen mussten, dass das Ende abzusehen war? Bitte nicht…

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Anja Fliessbach: 6. März 2007, 17:41

Surfen auf Saipan

Die Insel Saipan, die auch noch zu Mikronesien gehört, war eine gute Alternative zu Guam. Ursprünglich als Ein-Tages-Ausflug geplant, gab es das bei Crew und Passagieren gleichermaßen beliebte "Overnight". Also zwei Tage mit einer Übernachtung. Wir nutzten es nachts - natürlich - zu einer Party und die zwei Tage bei strahlendem Sonnenschein zum Relaxen und zum "Wieder-Kind-Werden"…

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Anja Fliessbach: 5. März 2007, 23:26

Diese Amerikaner

Sie wollten uns nicht. Und offensichtlich haben sie das Recht, uns nicht zu wollen. "Welcome to Guam?" Von wegen. Amerikanische Gastfreundschaft sieht anders aus.

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Anja Fliessbach: 4. März 2007, 23:23

Die Sonne geht auch morgen unter

Euphorisch rief ich mein Kind auf den Balkon unserer Juniorsuite 132 auf Deck 10 der "MS Amadea". Louisas kleines Gesicht schob sich durch die Tür. "Komm raus und sieh wie schön die Sonne aussieht." Ich winkte ihr. "Die Sonne geht auch morgen unter", antwortete mein Kind und ließ mich verblüfft zurück. Stimmte das?…

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Anja Fliessbach: 3. März 2007, 12:17

Die kleinste Republik der Welt

Es ist nicht alles klein in Mikronesien - die Palmen sind hoch, die Herzlichkeit der Menschen ist überdimensional und die militärisch strategische Lage spielte und spielt eine große Rolle. Wir besuchten Mikronesien auf unserer Tour durch den Pazifik Richtung Japan…

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Anja Fliessbach: 2. März 2007, 15:57

Funafuti in Tuvalu

Chuuk, Pohnpei, Nauru. Schon mal gehört? Eben… Wir hatten jetzt eine Strecke vor uns, auf der wir viele Einträge auf unserer besonderen Liste verzeichnen konnten. Nicht die Liste, wo wir noch nie gewesen waren. Auch nicht die, wo man nie hinkommt. Unsere Liste war die mit den am besten singbaren Weltreisezielen. Unsere heutige Station, das Atoll Funafuti im Land Tuvalu, lag knapp auf Platz zwei. Chuuk Chuuk, Chaak Chaak gab einen noch rockigeren Sound…

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Anja Fliessbach: 1. März 2007, 16:57

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