Letzter Hafen vor dem Ende der Weltreise, letztes Land, letzter Ausflug. Louisa und ich entschieden uns für einen gemütlichen Stadtbummel zu zweit. Meine 6-Jährige Tochter und ich wollten noch einmal Hand in Hand ein neues Land erkunden. Staunen, entdecken, uns gemütlich in der Sonne an den Hafen setzen und die Ruhe genießen. Doch aus der Ruhe wurde nichts…
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Anja Fliessbach: 30. Mai 2007, 22:39
Wer durch den Suez-Kanal fährt, braucht Geduld und starke Nerven. Besonders, wenn er zur Besatzung gehört. Denn wie man seine größte Einnahmequelle ausreizt, weiß die ägyptische Regierung. Eine Durchfahrt durch den Kanal kostet die MS Amadea 160.000 Euro. Und wehe, wir kämen zu spät…
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Anja Fliessbach: 29. Mai 2007, 01:11
Noch vier Einträge und der Blog ist zu Ende. Es war eine schöne, eine spannende und unterhaltsame Zeit. Besonders hat der Blog von euren Kommentaren gelebt. Deshalb möchte ich mich bei euch bedanken…
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Anja Fliessbach: 28. Mai 2007, 16:22
Na, wartet ihr schon auf ein Lebenszeichen von mir? Hier ist es: Ich lebe. Unser Amadea - Besuch war am Donnerstag und ich habe bis heute, Sonntag, gebraucht, um den Tag zu verarbeiten. Es war weder schlimm, noch toll, nicht dramatisch, für mich nicht traurig, nicht lustig - irgendwie total normal und gerade das war unnormal…
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Anja Fliessbach: 27. Mai 2007, 19:45
Mir ist ganz schön mulmig. Gerade bin ich dabei, den Koffer für Hamburg und Bremerhaven zu packen. Bremerhaven, Amadea, Schiff - alles klar? Am Donnerstag werden wir wieder da sein, am Dreh- und Angelpunkt dieses Blogs…
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Anja Fliessbach: 22. Mai 2007, 23:09
Langsam aber sicher fuhren wir dem Ende unserer Weltreise entgegen. Zwar hatten wir noch ein paar Seetage dazwischen, aber effektiv lagen zwischen uns und der Heimreise noch zwei Häfen. Der Enthusiasmus für Landgänge und fremde Länder hielt sich inzwischen in Grenzen, war der Geist doch schon mit Gedanken an die Abreise, die Zukunft und die Umstellung beschäftigt…
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Anja Fliessbach: 21. Mai 2007, 21:41
Schon oft habe ich euch geschrieben, wie befriedigend es auf dem Schiff für mich war, Menschen mit ähnlichen Ideale, Träumen und Zielen zu treffen. Besonders hat mich auch die Art fasziniert, den Job nicht nur als Broterwerb, sonder als Verwirklichung und Berufung zu sehen. Das betraf nicht nur die, die auf dem Schiff arbeiteten, sondern auch die, die das Schiff gebaut haben…
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Anja Fliessbach: 20. Mai 2007, 23:01
Es gibt Länder, mit denen kann ich mich nicht anfreunden. Zwar musste ich auf dieser Weltreise schon Meinungen revidieren und Vorurteile ablegen. Aber mit der nächsten Station der "MS Amadea" - dem Jemen - würde ich nie warm werden…
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Anja Fliessbach: 19. Mai 2007, 15:47
Auf unserer Weltreise hatten wir schon viele Inseln und Orte besucht, die wie Musik klangen. Aber Salalah mit unterschiedlicher Betonung und Tempi gesprochen oder gesungen, machte Louisa und mir viel Spaß. Die "MS Amadea" hatte im Hafen von Salalah, wieder im Oman, festgemacht und wir besuchten das Land des Weihrauchs…
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Anja Fliessbach: 17. Mai 2007, 14:03
Das Ziel eines jeden Kreuzfahrers ist es, einmal neben dem Kapitän am großen Galatisch zu sitzen. Fragt mich nicht, warum. Es ist so! Die alten Damen stecken dann ihre Diademe auf, die Herren polieren die Manschettenknöpfe und die Bordfotografen haben an diesem Abend ein sicheres Einkommen…
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Anja Fliessbach: 16. Mai 2007, 19:52
Wir trafen Hilde im Hafen von Abu Dhabi. Hilde lebte seit ihrer Hochzeit vor 40 Jahren in der "Gartenstadt am Golf". Sie hatte einen Araber geheiratet, hatte zwei Kinder von ihm bekommen und hatte nach der Hochzeit keine Wahl mehr gehabt…
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Anja Fliessbach: 15. Mai 2007, 23:29
Nein, gerade fit bin ich nicht. Nachdem es mir nach dem Ende unserer Weltreise vor zwei Wochen seelisch nicht besonders gut ging, bin ich nun körperlich schlapp. Da hat mich doch eine kleine Erkältung, die Louisa vom Kindergarten mit nach Hause gebracht hat, wirklich umgehauen…
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Anja Fliessbach: 14. Mai 2007, 12:12
Es war wie bei den Menschen - manche der Pferde waren stolz und hoben arrogant den Kopf, andere gingen scheu einen Schritt zurück, wenn man sich ihnen näherte, andere schnaubten vor Entrüstung oder warfen ihren Mähnen selbstbewusst zurück, einige wirkten geheimnisvoll und unberechenbar und eines hätten wir am liebsten gleich mitgenommen…
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Anja Fliessbach: 13. Mai 2007, 21:34
Die Sicherheitsbeamten stoppten unser Auto schon vor der Einfahrt. "Sie können hier nicht weiter", hieß
es streng. Der Mann blickte in unseren kleinen Bus und musterte die sieben Leute vom Schiff. Hoteldirektor Rainer gab mir einen Zettel nach vorn und ich lächelte den Wärter honigsüß an: "Doch, wir haben eine Reservierung um 14 Uhr im Al Iwan." Der Mann verglich unsere Reservierungsnummer von dem Zettel mit einer Liste und wurde freundlich…
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Anja Fliessbach: 12. Mai 2007, 13:24
Coole Loungemusik tönte aus den Boxen des gelben Porsche. Ich streckte die Hände nach oben und jubelte dem Leben zu. War das toll! Helmut Meckelburg, General Manager vom Taj Palace Hotel in Dubai, chauffierte mich durch eine der dynamischsten Städte dieser Welt. Eine coole Situation, eine verrückte Situation. Eine coole Stadt und - ja, vor allem eine verrückte Stadt…
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Anja Fliessbach: 11. Mai 2007, 11:18
Es war die erste Nacht seit vier Monaten, die wir nicht auf dem Schiff schlafen sollten. Ich hatte eine Einladung von Helmut Meckelburg, einem Deutschen, der seit zwei Jahren in Dubai arbeitete. Wer konnte uns besser diese Stadt zeigen als "einer von uns", der hier lebte…
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Anja Fliessbach: 9. Mai 2007, 23:16
Manchmal kann ich nicht schreiben. Ich weiß, was auf dem Plan steht, aber es geht nichts. In meiner Arbeit als Chefredakteurin und auch früher als Redakteurin bin und war ich natürlich Profi. Was fertig werden muss, wird rasch recherchiert und geschrieben. Aber dieser Blog ist über den Weltreisereport hinaus so persönlich, dass ich schreibe, was mein Herz und meine Seele sagen wollen. Heute liegt mir so viel auf dem Herzen, dass mein Kopf sich nicht konzentrieren kann…
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Anja Fliessbach: 8. Mai 2007, 23:28
Ich fand sie sexy. Nein, es gab keinen anderen Ausdruck. Diese dunklen Typen mit ihren weißen Gewändern und weißen Kopfbedeckungen, mit ihrer stolzen Haltung, den schwarzen Augen und dem durchdringenden Blick fand ich extrem männlich und attraktiv. Die ersten Weißgewandeten trafen wir bei unserer ersten Station im arabischen Raum - in Muscat, im Oman…
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Anja Fliessbach: 7. Mai 2007, 23:09
Porbandar ist ein kleiner Ort an der Westküste Indiens gelegen und nur selten fährt ein Kreuzfahrtschiff dort hin. Die "Amadea" war da auf ihrem Weg zwischen Mumbai (Bombay) und Muscat…
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Anja Fliessbach: 6. Mai 2007, 22:57
Während der ganzen Weltreise habe ich mich gefragt, wie es mir wohl danach gehen würde. Ich tippte auf traurig, wehmütig und sentimental oder euphorisch, glücklich und zufrieden. Nun, die Lösung ist: Durcheinander, unkonzentriert und auf eine bestimmte Art verloren…
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Anja Fliessbach: 5. Mai 2007, 23:24
Sie winkten mit ihren großen Panamahüten. Louisa und ich saßen schon im Doppelstockbus ganz vorn. Ich deutete auf meine Uhr, malte mit dem Zeigefinger schnelle Kreise darauf und hob theatralisch die Schultern. Wo war sie hin - die Zeit? Ilona und Rainer Wälde hoben auch die Schultern und wir winkten so lange wir uns noch sehen konnten…
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Anja Fliessbach: 4. Mai 2007, 22:57
Was soll ich sagen? I have survived. Der Mensch ist zu erstaunlichen Leistungen fähig, wenn ihm keine andere Wahl bleibt. Wir mussten unsere "MS Amadea" verlassen. Unsere Zeit war abgelaufen, die Weltreise zu Ende. Den Abschiedsmorgen erlebten wir in einer hochtourigen, angespannten Phase. Nur nicht innehalten, nur nicht nachdenken…
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Anja Fliessbach: 3. Mai 2007, 23:48
Ich muss in ein paar Stunden mal eben nach Hause fahren. Mal gerade meine Weltreise beenden. Einen kurzen Lebensabschnitt abschließen. Ein Schiff, dass viereinhalb Monate mein Heim war, verlassen. Aus dem täglichen Zusammensein mit netten Menschen in unsere kleine leere Wohnung gehen, aus dem sorgenfreien Leben in den Alltag, von der Umrundung der Welt nach Striesen in Dresden…
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Anja Fliessbach: 1. Mai 2007, 00:34