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Disy weblog » 2007 » Dezember » 04



So nah dran

Es sind schwere Tage. Eigentlich sind es schon schwere Wochen. So nah dran bin ich. So nah dran an – der nächsten Weltreise. So nah dran an – gigantischen Projekten in Dresden für das nächste Jahr. So nah dran, endlich die Reise abzusagen. So nah dran, die Flüge zu buchen. So nah dran… (weiterlesen …)

Anja Fliessbach: 4. Dezember 2007, 02:36

“Ich darf nicht zu spät kommen”

DAS IST EIN BEITRAG VON HAPPYSINGLEMOM AUS NEW YORK

Warum muss man jede negative Meinung, die man zum Ausdruck bringt, mit irgendeiner braven, selbstlosen “Begruendung” abmildern??

Es IST aergerlich, wenn sich Leute vor einem nicht bewegen, aber ich aergere mich darueber, WEIL ICH CHOLERIKER BIN, nicht, weil mich die Langsamen davon abhalten, meine Pflichten zu erfuellen und anderen ordentlich zu dienen. Darf sich eine Frau nur ueber etwas aergern, wenn es aus edlem Grund geschieht, weil sie sich sonst egoistisch vorkommt? Irgendwie erinnert mich das an Antworten bei diesen Persoenlichkeitstests in Frauenzeitschriften: Selbst die “boesen” Antworten muessen mit irgendeiner “braven” Begruendung abgemildert werden, sonst wuerde sich die Durchschnittsfrau nicht trauen, sie anzukreuzen.

Mich brachte es auch regelmaessig zur Weissglut, wenn jemand vor mir langsam fuhr (fahre nicht, seit ich in NY bin). Vor allem, wenn man auf eine Ampel zukommt, und sie wechselt gerade, und man KOENNTE ES NOCH SCHAFFEN, koennte noch durchkommen, aber der Fahrer vor einem schleicht total, er macht schoen brav halt, obwohl die Ampel noch auf Gelb ist, ueberholen kann man natuerlich an diesem Punkt nicht. Oh Gott, was habe ich Hupkonzerte veranstaltet und Stinkefinger zum Fenster rausgestreckt (in USA gilt das nicht als “Beleidigung”, die gesetzlich strafbar ist — das ist typisch deutsch. Hier kann man sich wenigstens abreagieren. :)).

Oder wenn man auf einer engen Landstrasse faehrt mit vielen Kurven (auch nicht sicher, zu ueberholen, da man nicht sieht, was von der anderen Seite auf einen zukommt), und vor einem faehrt EINER gaaaaaaaaanz langsam und gemuetlich, wenn man nur DIESEN EINEN loswerden koennte, dann haette man die ganze Strasse fuer sich, und koennte wenigstens ein normales Tempo fahren. Meistens ist es dann so eine alte Oma oder Opa, der/die kaum uebers Lenkrad gucken kann. Einmal hat mir so eine ganz freundlich auf den Stinkefinger hin ZUGEWINKT, haaaaaaaaaa-ha-ha, die dachte, ich haette sie GEGRUESST! Jemand, der so NULL AHNUNG hat, sollte sich von der Strasse so weit wie moeglich fernhalten, weil er eine Gefahr fuer die Oeffentlichkeit darstellt.

Mit Fussgaengern ist es uebrigens aehnlich. Wenn sie langsam vor einem herlaufen und dabei noch den Buergersteig versperren, damit man nicht bequem vorbei kann…. manchmal wuensche ich mir eine Autohupe fuer Fussgaenger. Aber man hat ja noch seine Ellenbogen. :) Oder man will sie rechts ueberholen, und ploetzlich bewegen sie sich nach rechts, man will sie links ueberholen, und sie schweifen nach links — NULL ACHTSAMKEIT! Oder sie laufen in eine Richtung und gucken in die andere. Und wenn sie einen dann anrempeln, entschuldigen sie sich ganz ueberschwenglich, so als ob es dadurch besser wuerde, und dann machen sie es sofort wieder. Wenn mich andere AUF IRGENDEINE ART davon abhalten, mich so zu bewegen, wie ich will, dann werde ich aggresiv, weil sie mich gewissermassen kontrollieren: Du gehst nur so schnell und nicht schneller. Langsam fahren/gehen, wenn andere dadurch in ihrer Bewegungsfreiheit beintraechtigt werden, IST EINE FORM DER AGGRESSION. Aus diesem Grunde macht dich das wuetend, nicht weil du Angst hast, zu spaet zu kommen. Und das ist auch vollkommen in Ordnung, weil menschlich. Sei ehrlich vor dir selbst.

Kommentar von hsm | 28. November 2007 | 13:36 Uhr

Anja Fliessbach: , 02:35