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Disy weblog » 2007 » Dezember » 12



Blöde Touristen

 DAS SIND BEITRÄGE VON “ICH”

Jedes Jahr muss man sich auf dem Heimweg durch diese bloede PARADE wurschteln. JEDES JAHR!! Die U-Bahn, alles abgesperrt. Und mehr Polizei als am 9/11. Aber was soll’s, stimmt’s? Solange Irgendwelche (hauptsaechlich Touristen!) SPASS haben. Habe heute abend zu einem Polizisten gesagt: Lassen sie mich bitte durch, es gibt auch noch NORMALE LEUTE, die einfach nur heimkommen wollen. Und der war so baff, der hat mich nur angeguckt und “okay” gesagt, und mich durchgelassen. Der koennte sich jetzt sicher in den Arsch treten, haaaaaaaaaaaaaaaaa-ha-ha!!!!!!!!!

Was ich ueberhaupt nicht abkann, sind diese BLOEDEN TOURISTEN, grossaeugig und naiv, mit ihren STADTPLAENEN mitten auf dem Buergersteig rumstehend, nicht wissend, wo’s lang geht. SICH NICHT MAL BEWUSST SIND, DASS DIE DEN BUERGERSTEIG VERSPERREN. Denn wo die herkommen, Wisconsin und so, da gibt’s keine Buergersteige. Da faehrt man ueberall mit dem Auto hin. Auch wenn’s nur nebenan ist. Die fragen dann ganz fett und naiv wo’s langgehen soll. Weil sie total verloren sind. Aus der Sicherheit ihrer kleinen, kleinen Welt in ein anderes Universum transportiert. Und wegen denen muss man so einen Aufwand treiben. Damit die weiterhin kommen, immer und immer wieder. Weil der Stadt das GELD nicht unangenehm ist. Und wir Einheimische koennen sehen, wo wir bleiben. GOTT, die koennte ich ERMORDEN.

Habe heute abend ein paar von denen “ganz unbeabsichtigt” mit dem Ellenbogen angerempelt. (Was kann man da nur machen, ist halt alles so VOLL [vor allem das Mass, aber danach fragt keiner]). Aber die haben’s durch die FETT-RINGE noch nicht mal gespuert. Gott, die Welt ist ein Jammertal.

Kommentar von ich | 1. November 2007 | 01:58 Uhr

Anja Fliessbach: 12. Dezember 2007, 00:58

Spiel für die Menschen an Land

„Spiel für die Menschen an Land, nimm dir eine nette Frau, habe Kinder und all die Dinge, die nicht gewaltig sind, aber der Mühe wert.“ Das war der Rat, den der Freund dem Ozeanpianisten in der gleichnamigen Novelle gegeben hat. Das ist der Rat, den mir die wenigen Menschen geben, mit denen ich über meine Zerissenheit spreche (nur statt Frau Mann, versteht sich). Schiff oder nicht Schiff, das ist hier die Frage. Mal bin ich bei 90 Prozent „Nein“, dann wieder bei 30 Prozent „Ja“. Es sind kleine Episoden und Momente in meinem momentanen Alltag, die mich jedes Mal in eine andere Richtung schieben. Mir ist schon ganz schwindelig vom vielen Hin und Her. Auf dem Schiff war es „Hoch und runter“, hier geht es „hin und her“. So ist zumindest immer Bewegung drin. Ich will gar nicht wissen, was passieren würde, wenn ich mit voller Energie mal geradeaus laufen würden.

Novecento konnte es nicht. Er ließ sich lieber freiwillig mit seinem Schiff in die Luft sprengen, als dass er sich an Land begeben hätte. Ich kann es schon, schließlich bin ich schon sechs Monate wieder hier und wollte es auch bleiben. Fleißig habe ich mein Laufrad angeschoben, um mit Speed meine Runden zu drehen – volle Beschäftigung. Aber je näher der Termin der Weltreise rückte, desto mehr rückte mein Herz wieder Richtung Schiff. Je kälter die Temperaturen wurden, je dunkler es morgens und je ungemütlicher es abends wurde, desto drüber wurde unser Mut. Ich kenne nämlich noch eine, der es ähnlich geht: Anke. Meine liebe Artdirektorin ist die einzige, die ein paar Wochen mit war auf dem Schiff. Zweimal schon. Sie sagt zur neuen Weltreisechance: „Rational – no go. Emotional – nichts wie los!“

Ich habe beim Veranstalter mal leise angefragt, ob noch Plätze frei wären auf dem Schiff. Keine Ahnung, ob ich auf die Möglichkeit hoffte oder es mir davor bangte. Wäre nichts mehr frei gewesen, hätte ich meine Gewissheit gehabt, es wenigstens versucht gehabt zu haben. Aber Fakt ist: Zwar ist der erste Abschnitt über Weihnachten ausgebucht, aber ab dem 8. Januar könnten wir mit. Fakt ist auch: Louisa würde in der Schule nichts verpassen. Sie lernen gerade Zahlen schreiben, was Lieschen als Rechenfan enttäuscht hat und langweilt. In den höheren Klassenstufen wird es dann schon anders aussehen. Ich müsste zwar einen Antrag bei bestimmten Behörden stellen und es könnte immer noch sein, dass er abgelehnt würde, aber warum sollten sie. Es gäbe einen neuen Blog, ein neues Buch, neue Magazinserien, viel Arbeit, aber es gäbe auch Zeit für mein Kind und mich. Es gäbe Meer, Sonne und viel Luft zum Atmen. Frische Luft. Viel frische Luft.

Und was gibt es hier? Ähm einen An&Verkaufstand auf dem Weihnachtsmarkt morgen in Louisas Schule. Das wollte ich doch schon immer mal machen…

Anja Fliessbach: , 00:57

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